Seit 2004 gestaltet die webdevtrust GmbH den digitalen Auftritt von Baby Kochs, dem Düsseldorfer Traditionsunternehmen, Familiengeführt seit 1877.
Was damals als einfache Website begann, ist heute ein komplexes E-Commerce-Ökosystem. Der aktuelle Relaunch – bereits das vierte große Redesign – steht für eine kontinuierliche Weiterentwicklung: vom reinen Unternehmensauftritt mit Newsletter hin zu einem leistungsstarken, nutzerfreundlichen Shopping-Erlebnis. Diese langjährige Partnerschaft lebt von beständiger Optimierung und strategischer kontinuierlicher Investition statt von kurzlebigen Trends.
Warum der Abschied von Elementor & Crocoblock?
Als wir in 2019 vom Custom-Made-Shop zu WordPRess mit WooCommerce gewechselt sind, war Elementor mit Crocoblock die richtige Wahl. Wir konnten durch kurze Wege vom Design zur Umsetzung mit relative wenig Invest einen Online-Shop umsetzen. Damit hatten wir die Basis für Umsatzsteigerung im eCommerce geschaffen, die später den 2026er Relaunch finanzieren sollten.
Als Umsätze und Zugriffe über die Jahre gestiegen sind, ist dieses Setup zum technischen Flaschenhals geworden. Die Entscheidung, komplett auf ein natives Block-Theme umzusteigen, beruhte auf vier zentralen Gründen:
🔹 Schlanker & schneller
Das alte System belastete durch den gestiegenen TRaffic die Datenbank massiv – die wp_options-Tabelle war überfüllt, Ladezeiten litten unter dem Overhead der vielen Jet-Plugins. Ziel: ein schlanker, reiner WordPress-Core-Stack mit möglichst wenig Ballast.
🔹 Barrierefreiheit als Pflicht
Angesichts des European Accessibility Act (EAA) boten die Page-Builder keine zuverlässige Grundlage für WCAG-2.1-AA-Konformität. Native Gutenberg-Blöcke ermöglichen präzise Kontrolle über semantisches HTML, responsive Schriftgrößen (via clamp) und Tastaturbedienbarkeit.
🔹 Wartbarkeit & moderne Prozesse
Früher waren Relaunches mit mühevoller manueller Arbeit im Page-Builder verbunden. Heute setzen wir auf modulare Block-Patterns, die wiederverwendbar sind und eine moderne Deployment-Pipeline ermöglichen: Änderungen werden versioniert und automatisiert von Staging in die Produktion ausgerollt – statt sie manuell im Backend zusammenzuklicken.
🔹 Zukunftssicherheit ohne Abhängigkeiten
Die Bindung an Drittanbieter-Plugins („Vendor Lock-in“) war ein zu großes Risiko. Ein natives Block-Theme auf Basis von Twenty Twenty-Five stellt sicher, dass wir mit dem WordPress-Core mitwachsen – ohne bei jedem Update auf Plugin-Kompatibilität hoffen zu müssen.
Der Paradigmenwechsel: „Code first, visuell später“
Der Wechsel markierte auch einen kulturellen Wandel im Team:
🔧 Modulare Bausteine statt monolithischer Templates
Statt schwerfälliger Vorlagen speichern wir UI-Elemente als wiederverwendbare Patterns – für Konsistenz vom Shop bis zum Checkout.
📊 Schluss mit Slider-Wahn
Die Daten sprachen eine klare Sprache: Nur ~10 % der Nutzer klickten auf Slides. Der klassische Slider wich einem effizienten Bentoblock, der performant gewichtete Bilder ausspielt.
🚀 Moderne CI/CD-Pipeline
Änderungen werden durch eine Deployment-Pipeline strukturiert getestet, und sicher über Git-Flow (Dev → Staging → Main) ausgerollt.
Ergebnisse & Fazit
Der Relaunch im Frühjahr 2026 war mehr als ein Design-Update – er legte ein neues technisches Fundament:
⚡ Performance: Durch den Verzicht auf Page-Builder und den Umstieg auf native Architektur stabilisierte sich die Time to First Byte (TTFB) – ohne störende Spikes.
🛡️ Stabilität: Das System ist wartungsarm. Fehleranfällige Plugin-Updates gehören der Vergangenheit an.
📈 Geschäftserfolg: Trotz der technologischen Komplexität im Hintergrund stieg das Umsatzvolumen direkt nach dem Go-Live um etwa 20 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Das Fazit für die Relaunch-Beratung
Diese Case Study zeigt: Ein erfolgreicher Relaunch nach 20 Jahren E-Commerce erfordert Mut zum Abschied – auch von liebgewonnenen, aber technisch überholten Werkzeugen. Der Schritt zur nativen WordPress-Block-Architektur war der Schlüssel, um Baby Kochs nicht nur optisch, sondern auch technisch für die nächsten 20 Jahre zukunftssicher aufzustellen.

